Kälte auf den Kopf zu legen, wenn er schmerzt, ist keine Mode. Die Praxis ist seit über 150 Jahren dokumentiert: Ein 1849 in London veröffentlichtes klinisches Werk von James Arnott beschrieb bereits die Behandlung von Kopfschmerzen durch lokale Kälteanwendung.
Doch was sagt die moderne Forschung? Wir haben uns die verfügbaren Studien angesehen. Hier ist, was sie zeigen – und vor allem, was sie nicht zeigen.
Was die Forschung sagt
Die randomisierte Studie von 2013: gezielte Kühlung des Nackens
Es ist die belastbarste Studie auf diesem Gebiet. Sie wurde 2013 im Hawai'i Journal of Medicine & Public Health veröffentlicht und von einem Team der John A. Burns School of Medicine durchgeführt.
Aufbau: 55 Teilnehmende mit Migräne, randomisierte kontrollierte Cross-over-Studie. Jede Person war ihre eigene Kontrolle und testete bei Beginn der Attacke einen Nackenwickel mit zwei kühlbaren Kissen, einmal gefroren und einmal bei Raumtemperatur. Der Schmerz wurde in festen Abständen auf einer visuellen Analogskala erfasst.
Ergebnis: Die stärkste Schmerzreduktion wurde nach 30 Minuten beobachtet. Die Behandlungsgruppe verzeichnete einen Rückgang des Schmerzes um 31,8 %, während die Kontrollgruppe im selben Zeitraum einen Anstieg um 31,5 % verzeichnete. Der Unterschied ist statistisch signifikant (P<0,001).
Die Hypothese der Autoren ist bemerkenswert: Statt den Kopf zu kühlen, wo die Kälte den Schädel durchdringen muss, zielten sie auf die Halsschlagadern am Hals, wo große Gefäße dicht unter der Haut verlaufen. Die Überlegung stammt von Marathonläufern, die nach dem Rennen Eis auf Achseln und Leisten legen.
Die Pilotstudie von 2006: gekühlte Gelkappe
Eine türkische offene Studie ohne Kontrollgruppe testete eine den gesamten Kopf bedeckende Gelkappe an 28 Migränepatienten, getragen 25 Minuten lang während zweier getrennter Attacken. Die Schmerzwerte gingen nach der Sitzung merklich zurück. Zwei Teilnehmende mussten wegen Kälteunverträglichkeit und Schwindel abbrechen.
Wesentliche Einschränkung: das Fehlen einer Kontrollgruppe. Ohne Vergleich lässt sich die Wirkung der Kälte nicht vom natürlichen Verlauf der Attacke oder einem Placeboeffekt trennen. Die Autoren selbst bezeichnen die Ergebnisse als vorläufig.
Die Studie der Diamond Headache Clinic
In Chicago durchgeführt, begleitete sie 90 ambulante Patienten, aufgeteilt nach Kopfschmerzart (Migräne, Clusterkopfschmerz, gemischt). Jede Person behandelte zwei Attacken allein mit dem gewohnten Medikament und zwei weitere mit demselben Medikament plus einem wiederverwendbaren gekühlten Gelkissen. Kälte wurde hier als ergänzende Behandlung untersucht, nicht als Alternative.
Was diese Studien nicht sagen
Uns ist Genauigkeit wichtig, denn dieses Thema lädt zu Abkürzungen ein.
- Keine dieser Studien betrifft ThéraMask™. Die Studie von 2013 untersuchte einen Nackenwickel an den Halsschlagadern. Die Studie von 2006 eine Kappe über den ganzen Kopf. Unsere Maske ist ein Band für Stirn und Augen: ein anderes Format, an einer anderen Stelle.
- Die Stichproben sind klein. 55 und 28 Teilnehmende. In der klinischen Forschung sind das bescheidene Zahlen, die nach größer angelegten Arbeiten verlangen.
- Kälte eignet sich nicht für alle. Die Studie von 2006 berichtet von Fällen mit Kälteunverträglichkeit und Schwindel, die zum Abbruch führten.
- Keine Studie stellt Kälte als Ersatz für eine medizinische Behandlung dar. In der Studie aus Chicago wird sie ausdrücklich ergänzend zu einem Medikament untersucht.
Und die Wärme?
Kälte und Wärme bedienen nicht dasselbe Bedürfnis. In der Praxis wird Kälte eher mit pulsierenden Empfindungen und müden Augen verbunden, Wärme eher mit muskulären Verspannungen an Stirn, Schläfen und Nacken.
Was bei der einen Person wirkt, wirkt bei der anderen nicht zwangsläufig. Genau deshalb lässt sich unsere Maske in beide Richtungen verwenden: So kann man es ausprobieren.
Unsere Position
ThéraMask™ ist ein Komfort- und Entspannungsartikel. Es ist kein Medizinprodukt, und wir beanspruchen keinerlei klinische Wirksamkeit.
Wir veröffentlichen diesen Artikel, weil diese Arbeiten existieren und interessant sind – nicht, um Sie glauben zu lassen, sie bestätigten unser Produkt. Das tun sie nicht. Sie dokumentieren eine alte Praxis, in anderen Formaten als dem unseren.
Wenn Sie unter wiederkehrender Migräne oder anhaltenden Schmerzen leiden, bleibt der richtige Weg das Gespräch mit einer medizinischen Fachperson. Eine Gelmaske ersetzt weder eine Diagnose noch eine Behandlung.
Quellen
- Sprouse-Blum AS, Gabriel AK, Brown JP, Yee MH. Randomized controlled trial: targeted neck cooling in the treatment of the migraine patient. Hawai'i Journal of Medicine & Public Health, 2013. PubMed 23901394
- Ucler S, Coskun O, Inan LE, Kanatli Y. Cold therapy in migraine patients: open-label, non-controlled, pilot study. 2006.
- Arnott J. Practical Illustrations of the Treatment of the Principal Varieties of Headache by the Local Application of Benumbing Cold. London, Churchill, 1849.