Die ersten Minuten zählen. Wenn sich eine Attacke ankündigt, begrenzen früh getroffene Maßnahmen häufig ihre Intensität. Hier ist, was wirklich hilft, was bloßer Glaube ist, und was die Lage verschlimmern kann.
Was hilft
1. Sich von Licht und Lärm zurückziehen
Das ist die wirksamste und zugleich am meisten vernachlässigte Maßnahme. Die Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen ist keine Marotte: Sie gehört zur Attacke, und jeder Reiz verlängert den Schmerz. Ein dunkler, stiller Raum ohne Bildschirm ist mehr wert als jedes Hilfsmittel.
2. Kälte anwenden
Die Praxis ist seit dem 19. Jahrhundert dokumentiert. Eine randomisierte kontrollierte Studie, 2013 im Hawai'i Journal of Medicine & Public Health veröffentlicht, maß eine signifikante Schmerzreduktion mit einem gekühlten Wickel, der zu Beginn der Attacke angelegt wurde. Diese Arbeiten und ihre Grenzen beschreiben wir in einem eigenen Artikel.
In der Praxis: 15 bis 20 Minuten auf Stirn, Schläfen oder Nacken. Niemals Eis direkt auf die Haut – immer eine Stoffschicht dazwischen. Nehmen Sie es ab, sobald das Gefühl unangenehm wird. Kälte ist nicht für alle geeignet: In den vorliegenden Studien mussten einzelne Teilnehmende wegen Unverträglichkeit oder Schwindel abbrechen.
3. Wasser trinken
Dehydrierung ist ein anerkannter Auslöser. Ein Glas Wasser stoppt keine bereits laufende Attacke, aber wenn Sie seit Stunden nichts getrunken haben, ist das möglicherweise Teil des Problems.
4. Nicht stehend weitermachen
Die Verschlimmerung durch körperliche Anstrengung ist ein diagnostisches Kriterium der Migräne. Weiterzumachen verlängert die Attacke. Sich hinzulegen, selbst nur zwanzig Minuten, wirkt mehr, als man denkt.
5. Ein Schmerzmittel früh nehmen, wenn Sie das gewohnt sind
Akutmedikamente wirken deutlich besser, wenn sie bei den ersten Anzeichen eingenommen werden, statt nach zwei Stunden ausgeprägtem Schmerz. Wir empfehlen weder einen Wirkstoff noch eine Dosierung: Das ist Sache Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke.
Kälte oder Wärme?
Die Frage kommt oft, und die Antwort hängt von der Art der Kopfschmerzen ab.
- Migräne → eher Kälte, auf Stirn, Schläfen oder Nacken
- Spannungskopfschmerz → eher Wärme, auf Nacken und Trapezmuskeln, dort wo die Muskulatur verspannt ist
- Müde Augen → Kälte auf den Lidern, zusammen mit einer echten Bildschirmpause
Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie es aus: Das Gefühl sagt es Ihnen in dreißig Sekunden. Was der einen Person hilft, kann für die andere unerträglich sein – das ist normal.
Was nichts ändert oder schadet
- Kaffee – zwiespältig. Punktuell kann er helfen, doch regelmäßiger Konsum und vor allem der Entzug sind gut belegte Auslöser.
- Durchhalten – abzuwarten und weiterzuarbeiten ist der kontraproduktivste Reflex.
- Zu häufige Schmerzmittel – ab regelmäßig mehr als zwei Einnahmen pro Woche besteht das Risiko eines Kopfschmerzes durch Medikamentenübergebrauch, bei dem die Behandlung den Schmerz unterhält. Sprechen Sie darauf Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an.
- Der Bildschirm im Dunkelmodus – besser als nichts, aber weit entfernt von einer echten Pause ohne Bildschirm.
Auf Dauer: ein Tagebuch führen
Die nützlichste Maßnahme spielt sich nicht während der Attacke ab. Notieren Sie einen Monat lang Datum, Uhrzeit, Dauer, Intensität, was Sie gegessen und wie Sie geschlafen haben, sowie den Kontext. Persönliche Auslöser zeigen sich oft schon nach wenigen Wochen.
Es ist zugleich das nützlichste Dokument, das Sie zu einer Sprechstunde mitbringen können.
Wann sofort ärztliche Hilfe nötig ist
Suchen Sie die Notaufnahme auf oder rufen Sie den Notruf, wenn der Kopfschmerz schlagartig auftritt und in weniger als einer Minute sein Maximum erreicht, wenn er mit Fieber und Nackensteifigkeit einhergeht, mit Sprach-, Seh- oder Kraftstörungen, wenn er auf einen Schlag auf den Kopf folgt, oder wenn er anders ist als alles, was Sie kennen.
Suchen Sie ohne Dringlichkeit ärztlichen Rat, wenn die Attacken häufiger werden oder Ihren Alltag belasten. Es gibt wirksame vorbeugende Behandlungen.
Wo eine Gelmaske steht
Eine wiederverwendbare Maske wie ThéraMask™ ist eine praktische Möglichkeit, Kälte oder Wärme anzuwenden, ohne dass sie verrutscht, und dabei Licht abzuschirmen. Ein feuchtes Handtuch aus dem Gefrierfach leistet dasselbe kostenlos, nur weniger bequem.
Es ist keine Behandlung. Es ist ein Komfortartikel, der die Ruhe begleitet, statt sie zu ersetzen – und wir schreiben das lieber so.